Kindertheater – altersgerecht, mit viel Humor, Fantasie und selbst gemachter Musik

 

Jugendtheater – unkonventionell, relevant und medienüber-greifend

 

JTA mobil – Prävention im Klassenzimmer

 

Spielclub – Theater spielen für Kinder und Jugendliche

 

TPZ – Theater mit Schüler*innen

 

Bürgerbühne – Expert*innen des Alltags

Theater ist verdichtetes Leben: kostbar, einzigartig, vergänglich

Susanne Reng und Volker Stöhr leiten gemeinsam die Geschicke des Jungen Theater Augsburg.

Susanne Reng und Volker Stöhr leiten gemeinsam die Geschicke des Jungen Theater Augsburg.

Das Junge Theater heißt nicht nur Junges Theater, weil es Theater für junge Menschen macht. Das Junge Theater heißt auch Junges Theater, weil es sich an alle richtet, die jung im Sinne von neugierig, voller Forscherdrang und Wissensdurst, voller Freude am Entdecken, Untersuchen und Erkennen sind!

Im Bereich Kindertheater produziert das Junge Theater vor allem selbst entwickelte Stücke zu Themen, die sowohl das Team als auch das Zielpublikum interessieren. Aus dem Leben gegriffen, der Großen sowie der Kleinen. Im Stück „Anton & Lilli – Das Leben ist ein Abenteuer“ (2015) geht es z.B. um das Anderssein, das Alleinsein, um den Fluch und den Segen einer speziellen Begabung, die nicht jede*r teilen kann.

Das JTA verliebt sich auch immer wieder in (oft preisgekrönte) Kinderbücher und nimmt sie als Vorlage für neue Stücke. So geschehen bei „Rico, Oskar und die Tieferschatten“ von Andreas Steinhöfel (2011), der „Krokodil und Giraffe“-Reihe der Augsburger Autorin Daniela Kulot (2013) oder in der Spielzeit 2016/17 bei „Das Traumfresserchen“ von Michael Ende.  Dabei freut sich das JTA über die kontinuierliche Zusammenarbeit mit diversen Augsburger Künstler*innen, Musiker*innen, Autor*innen und Gestalter*innen.

Die Bücher und Themen werden altersgerecht mit viel Humor, Fantasie und selbst gemachter Musik umgesetzt. Ganz besonderen Wert legt das Junge Theater auf Stücke, die aus Schreibwerkstätten mit der Zielgruppe entstehen, wie viele der Texte bei „Rosa Parks“ (2014).

Die Intimität der eigenen Studiobühne ist für diese Stücke der richtige Rahmen. Der Raum ist für alle unter zehn Jahren bestens geeignet, alle können alles sehr genau sehen und hören und sind ganz nah an den Schauspieler*innen dran.

Im Bereich Jugendtheater produziert das JTA ca. alle zwei Jahre eine neue Produktion. Dafür wird jedes Mal eine neue Spielstätte gesucht, die zu dem Thema des Stücks passt. Das Thema Flucht wurde in „FlüchtIch“ (2013) umgesetzt im alten Straßenbahndepot neben dem Verein „Tür an Tür“, der seit Jahrzehnten in den Bereichen Flucht und Migration arbeitet. Die Zuschauer*innen sahen nicht nur das Stück, sondern wurden auch von Mitarbeiter*innen von Tür an Tür nach dem Stück in ihre Arbeitswelt mitgenommen.

„Der Boxer – Das wahre Leben des Hertzko Haft“ (2015), eine Kooperation mit dem Theater Augsburg, wurde für den Hoffmannkeller erarbeitet, weil dieser Raum sehr effektvoll die Atmosphäre des Erzählten unterstützt. 

Die Themen für das Jugendtheater ergeben sich entweder aus den spezifischen Problematiken des Alters der Zielgruppe (z.B. der Pubertät) oder aus gesellschaftspolitisch relevanten Themen, wie in den oben genannten Stücken Flucht und die Judenverfolgung unter den Nazis bzw. die Folgen von Terrorherrschaft.

Hierbei versucht das JTA diese Altersgruppe mit spannenden, neuen Mitteln zu konfrontieren, wie z.B. im Fall von „Der Boxer“ mit der Umsetzung einer Graphic Novel und der Darstellung von Boxkämpfen durch Schlagzeugbattles.

Darüber hinaus hat sich das Junge Theater in den letzten beiden Jahrzehnten mit diversen Augsburger Partner*innen vernetzt, die im Bereich Prävention arbeiten. Es wird ca. alle zwei Jahre ein mobiles Impulstheaterstück entwickelt, das entweder direkt im Klassenzimmer spielt, wie „Rotkäppchen auf der Flucht“, oder in einem anderen Schulraum, z.B. „KRASS! Hauptsache radikal“ in einer Turnhalle.

Im Jungen Theater gibt es eine lange Tradition von Spielclubs. Derzeit existieren ein Kinder- und ein Jugendspielclub (Kids Club bzw. Jugend Club), die beide mit dem Schuljahr beginnen und am Ende des Schuljahres mit einer Aufführung auf der Studiobühne enden. In der Spielzeit 2015/16 hat der Jugend Club sein Format verändert, ein kurzes Stück auf dem Brechtfestival aufgeführt und anschließend einen Film produziert. 

Ebenso lang die Tradition, im Rahmen des Theaterpädagogischen Zentrums diverse kurze, mittelfristige oder auch lange Formate von „Theater mit Schüler*innen“ durchzuführen, die dann auch in der Schule aufgeführt werden. Einzelne dieser Schulprojekte werden aber auch im Theater oder z.B. der Universität aufgeführt (2014 Kooperation des JTA mit dem Fachbereich Musikpädagogik und der Kapellenschule).

Seit der Spielzeit 2013/14 hat sich das Repertoire des JTA erweitert: Jedes Jahr wird seitdem ein Bürgerbühnen-Stücke realisiert. Die mitspielenden Expert*innen des Alltags kommen jeweils für das Thema des Stücks aus der gesamten Stadtgesellschaft.

Der Stil des Theaters ist geprägt von fantasievollem, musikalisch gestütztem, poetischem Erzähltheater für Kinder und Familien sowie an brisanten Themen ausgerichteten Produktionen für Jugendliche. Besonderheiten sind die Entwicklung des „Theaters im Klassenzimmer“, mobile Produktionen direkt für die Schule und BürgerBühnenProjekte mit aktuellen Produktionen für den Dialog der Generationen und Kulturen.